Irgendwo in Deinem Archiv gibt es genau die Szene, die Du gerade brauchst: das Team beim Anpacken, die Hände an der Maschine, die Außenansicht im Abendlicht. Nur weiß niemand, wo. Die Dateien heißen A014C022, wer damals gedreht hat, ist längst in einem anderen Projekt, und wer sucht, sichtet Stunde um Stunde. Die Footage-Datenbank dreht das um: Erst schaut sich ein KI-Modell jede Einstellung an und beschreibt sie, dann sortieren wir alles nach Deinen Themen – und Du findest in Sekunden, wofür früher ein Tag draufging.
Am Ende steht eine Übersicht im Browser, in der Dein Material nach Themen sortiert ist – mit Vorschaubild, Beschreibung und Timecode zu jeder Szene und mit einem Klick zum Original-Clip in voller Qualität. Dazu eine Liste zum Weiterarbeiten und Schlagwörter direkt in den Dateien, damit auch Dein Schnittprogramm sie findet. Die Bildanalyse läuft auf unserem eigenen Rechner: Dein Material geht dafür an keinen Cloud-Dienst.
Wer viel Material hat, hat ein Suchproblem
Vier typische Fälle – das Prinzip ist immer dasselbe: Was niemand mehr überblickt, wird wieder nutzbar.
Unternehmen und Organisationen
Imagefilme, Messen, Events, Recruiting: Über die Jahre sammeln sich Terabytes. Mit der Datenbank wird daraus ein Fundus für Social Media, Stellenanzeigen, Präsentationen und die Website – oft ohne neuen Drehtag.
Agenturen und Produktionsfirmen
Footage aus früheren Produktionen für neue Kampagnen, schneller Zugriff im Pitch, eine gemeinsame B-Roll-Bibliothek fürs ganze Team. Auf Wunsch arbeiten wir diskret im Hintergrund.
Fotografen und Content-Produzenten
Tausende Fotos von einem Event, Hunderte generierte Clips: Die KI sortiert nach Motiv, Situation und Bildaufbau und schreibt Beschreibungen und Schlagwörter, etwa als Vorarbeit für Bildagenturen.
Archive, Verbände und Vereine
Altes Material, das niemand mehr kennt, wird wieder auffindbar – für Jubiläen, Chroniken und neue Filme.
Vom Archiv zur Datenbank – in sechs Stationen
Drei davon laufen automatisch, drei mit Cutter. Was einmal analysiert ist, muss nie wieder durch.
- 1Themen festlegenWir legen mit Dir fest, wonach gesucht wird: Themen, Motive, Wunschszenen. Eine einfache Liste genügt.
- 2Szenen erkennenJedes Video wird an seinen Schnitten in einzelne Einstellungen zerlegt, aus jeder holen wir mehrere Bilder.
- 3Bild verstehenEin Vision-Modell beschreibt, was in jeder Einstellung passiert – lokal, auf unserem Rechner.
- 4ZuordnenJede Szene wird Deinen Themen und Motiven zugeordnet, samt Wert, wie sicher sich das Modell ist.
- 5DurchsehenEin Cutter prüft die Vorschläge, sortiert aus und ordnet um. Seine Entscheidungen bleiben bei jedem neuen Lauf erhalten.
- 6ÜbergebenÜbersicht im Browser, Liste, Schlagwörter in den Dateien – und auf Wunsch die Original-Clips, nach Themen sortiert.
Was das Modell sieht – und was nicht
Ein Vision-Modell ist ein KI-Modell, das Bilder lesen kann. Es bekommt mehrere Bilder aus jeder Einstellung und schreibt in ganzen Sätzen, was zu sehen ist: wer etwas tut, wo, mit welchen Gegenständen, drinnen oder draußen, nah oder weit. Aus dieser Beschreibung und Deiner Themenliste entsteht die Zuordnung – mit einem Wert zwischen 0 und 1 dafür, wie sicher sich das Modell ist.
Was zu sehen ist, beschreibt das Modell zuverlässig. Schwerer tut es sich mit allem, was man nicht sieht: wer eine Person ist, wo genau gedreht wurde, ob eine Szene gestellt ist. Ähnliche Situationen verwechselt es auch einmal. Deshalb sieht ein Cutter die Zuordnungen durch, bevor sie in die Datenbank kommen. Interviews und Texttafeln erkennt die Pipeline und hält sie aus der Auswahl heraus, wenn sie nicht gefragt sind.
Personen beschreibt das Modell nach dem, was sie tun – nicht danach, wer sie sind. Eine Gesichtserkennung setzen wir nicht ein. Und wenn neben dem Bild auch das gesprochene Wort durchsuchbar sein soll, etwa bei Interviews und Statements, schreiben wir es auf Wunsch mit.
46 Wunschmotive, 2,8 Terabyte Rohmaterial
So sieht ein Projekt aus – an einem echten Auftrag. Den Auftraggeber nennen wir nicht, die Zahlen sind echt.
Die Ausgangslage
Ein Auftraggeber mit mehreren Fachbereichen hatte einige Jahre zuvor sechs Recruitingfilme produzieren lassen, einen je Bereich. Geblieben waren die fertigen Filme und rund 2,8 Terabyte Kamera-Rohmaterial aus mehreren Kameras – Hunderte Clips mit Dateinamen, wie Kameras sie eben vergeben. Für Social Media und für die Kopfbilder von Stellenanzeigen brauchte der Auftraggeber neues Material: kurze Clips zu 46 Wunschmotiven, typischen Situationen aus dem Arbeitsalltag jedes Bereichs. Die Frage war: Wo stecken diese Szenen?
Der Weg: der fertige Film als Wegweiser
Statt 2,8 Terabyte Bild für Bild zu sichten, haben wir bei den fertigen Filmen angesetzt – sie enthalten die besten Einstellungen aus dem Rohmaterial schon. Die Pipeline hat die sechs Filme an ihren Schnitten in 303 Einstellungen zerlegt, aus jeder mehrere Bilder gezogen und alle 1.218 von einem Vision-Modell beschreiben lassen, lokal auf unserem Rechner. Das Modell hat jede Einstellung den 46 Motiven zugeordnet und notiert, wie sicher es sich jeweils ist. Danach hat ein Cutter die Vorschläge durchgesehen: behalten, aussortiert, einem besser passenden Motiv zugeordnet. Seine Entscheidungen stehen in einer eigenen Datei, sodass jeder neue Lauf sie übernimmt.
Zurück ins Rohmaterial
Ein Ausschnitt aus einem fertigen Film taugt nur bedingt als neues Material: Er ist schon gegradet, oft knapp geschnitten, und der Ton gehört zum Film. Gebraucht wurde das Original. Deshalb geht die Pipeline über die Schnittsequenz des Films zurück zum Kamera-Clip und schneidet ihn mit zwei Sekunden Vor- und Nachlauf heraus – in voller Auflösung, mit allen Tonspuren und dem Original-Timecode, Bild und Ton unverändert aus der Kameradatei übernommen. Ein Bildvergleich prüft jeden Clip: Liegt das Rohbild Frame für Frame auf dem Bild im Film? Beim ersten Film waren es 30 Clips in 4K mit je vier Tonspuren, zusammen rund 10 GB – jeder auf den Frame genau.
Das Ergebnis
Der Auftraggeber bekam eine Übersicht im Browser, sortiert nach Bereich und Motiv, mit Vorschaubild, Beschreibung und Timecode zu jedem Clip. Ein Klick spielt den Clip ab und zeigt, welcher Teil davon im Film zu sehen war; ein zweiter kopiert den Pfad zum Original, das sich direkt ins Schnittprogramm ziehen lässt. Dazu eine Excel-Liste mit Vorschaubildern und die Clips selbst, in Ordnern nach Bereich und Motiv, jede Datei mit Titel, Beschreibung und Schlagwörtern in den Metadaten.
Und eine ehrliche Bilanz: Für 24 der 46 Motive fanden sich passende Szenen, insgesamt 96 Fundstellen. Für die übrigen 22 enthielten die Filme keine Einstellung, die wirklich passt. Auch das ist ein Ergebnis – es zeigt, wo sich ein gezielter Blick ins übrige Rohmaterial oder ein neuer Dreh lohnt, statt das ganze Archiv auf Verdacht zu sichten.
Vier Wege in Dein Material
Je nachdem, wer damit arbeitet: die Übersicht für alle, die Liste fürs Planen, die Schlagwörter fürs Schnittprogramm – und die Clips selbst.
Übersicht im Browser
Eine Seite, die ohne Installation und ohne Internet läuft – vom Netzlaufwerk, von der Festplatte oder im Intranet. Mit Suche, Filter nach Thema und Vorschau samt Timecode.
Liste zum Weiterarbeiten
Eine Excel-Tabelle mit Vorschaubild, Beschreibung, Quelle, Timecode und Thema zu jeder Szene – zum Filtern, Planen und Weitergeben.
Schlagwörter in den Dateien
Titel, Beschreibung und Schlagwörter als Metadaten direkt in den Clips. Premiere Pro zeigt sie als Spalten an und durchsucht sie, viele Medienverwaltungen ebenso.
Original-Clips nach Thema
Auf Wunsch die passenden Clips in voller Qualität, mit Vor- und Nachlauf, in Ordnern nach Thema und Motiv – bereit für den nächsten Schnitt.
Dein Material bleibt bei uns
Rohmaterial zeigt Menschen, Räume und manchmal Dinge, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind. Deshalb läuft die Bildanalyse auf unserem eigenen Rechner mit einem dort installierten Modell – kein Bild geht dafür an einen Cloud-Dienst. Das Material kommt über unseren eigenen Upload-Server oder auf Festplatte zu uns. Wie lange wir es aufbewahren und wann wir es löschen, legen wir zu Beginn gemeinsam fest. Wo es nötig ist, regeln wir das wie bei jedem Schnittauftrag über einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung.
Klein anfangen, dann wachsen
Bei großen Archiven fangen wir mit einer Probe an: ein Teil des Materials, ein paar Themen. So siehst Du, wie die Ergebnisse aussehen, bevor das ganze Archiv durchläuft. Danach kann die Datenbank wachsen – neues Material wird nachträglich analysiert und ergänzt, ohne dass das Vorhandene noch einmal durchmuss.
Und dann: schneiden
Eine Datenbank ist kein Selbstzweck. Wenn aus dem Fundus neue Videos werden sollen – Clips für Social Media, Kopfbilder für Stellenanzeigen, ein neuer Imagefilm –, schneiden wir sie direkt daraus. Wir wissen ja, wo alles liegt. Mehr dazu auf den Seiten Videoschnitt und Recruitingvideo schneiden lassen und im Ratgeber Reels, Shorts und TikTok aus einem Dreh. Und damit die neuen Clips aussehen wie aus einem Guss: Video-CI.
So sieht das in der Praxis aus
Drei Ausschnitte aus der Arbeit. Antippen zeigt sie groß.
Bildnachweis: Die Fotos in den Abbildungen sind Stockmaterial von Envato Elements und dort lizenziert. Echtes Kundenmaterial zeigen wir nicht.
Häufige Fragen zur Footage-Datenbank
Footage-Datenbank anfragen
Erzähl uns, was in Deinem Archiv liegt: wie viel Material, welche Formate und was Du darin suchst. Wir melden uns in der Regel am nächsten Werktag und schlagen Dir eine Probe mit einem kleinen Teil vor.
Lieber telefonieren? 0 22 52 – 546 28 94