Ein Chemiewerk im Rheinland sucht Nachwuchs. Stepstone will zeigen, dass seine Stellenanzeigen wirken. Beide wollten denselben Film – und genau darin lag die Aufgabe.
Die Ausgangslage
Unser Auftraggeber war Stepstone, gedreht war bereits: zwei Interviews, ein Tag im Werk, Drohnenaufnahmen vom Gelände. Was fehlte, war die Entscheidung, was daraus werden sollte. Es gab Material, ein Briefing und drei Ziele – aber noch keinen Film.
Die drei Ziele lauteten: den Arbeitgeber greifbar machen, zeigen, wie das Unternehmen heute rekrutiert, und das Berufsbild der Chemikantin und des Chemikanten porträtieren. Klingt nach einem Film. War aber keiner.
Das eigentliche Problem
Hinter dem Projekt standen zwei Auftraggeber mit unterschiedlichen Interessen an der Verwertung. Das Industrieunternehmen wollte Bewerbungen – also einen Film, der den Betrieb zeigt, den Beruf erklärt und am Ende zur Bewerbung auffordert. Stepstone wollte einen Referenzfall – also einen Film, in dem es um Recruiting, Fachkräftemangel und die Frage geht, wie eine Stellenanzeige heute funktioniert.
Beides in einen Film zu packen heißt, beide Zielgruppen zu verfehlen. Eine Fachkraft, die sich für eine Schicht im Werk interessiert, springt ab, sobald HR-Werkzeuge erklärt werden. Und eine Personalleiterin, die wissen will, ob sich die Anzeige lohnt, braucht keine zwei Minuten Werksrundgang.
Die Lösung: aufteilen statt verwässern
Statt einen Kompromiss zu schneiden, haben wir das Projekt in drei Fassungen zerlegt – aus demselben Material, ohne einen zweiten Drehtag:
- 160 Sekunden, Employer Branding. Unternehmen und Produkte, die Arbeit im Betrieb, die Rolle der Fachkraft, die Werkfeuerwehr, am Ende der Aufruf zur Bewerbung. Der Film für Karriereseite und Stellenanzeige.
- 30 Sekunden, Recruiting. Das Unternehmen als Arbeitgeber in der Region, die Herausforderungen bei der Besetzung, die eingesetzten Werkzeuge, ein Ausblick. Der Film für das Fachpublikum.
- 10 Sekunden, Teaser. Ein Highlight-Reel aus den stärksten Bildern und den klarsten Sätzen – für Social Media und die Bildschirme in den Büros.
Dazu Untertitel auf Deutsch und Englisch für alle Fassungen, weil die Filme in einem internationalen Konzern auch außerhalb Deutschlands laufen.
Woraus geschnitten wurde
Zwei Protagonisten tragen die Filme. Der Recruiter erzählt, was das Unternehmen auszeichnet, welche Profile gesucht werden und woran es beim Besetzen hakt. Die Fachkraft erzählt, wie sie zu dem Beruf kam, wie ein Arbeitstag aussieht und warum sich die Schicht lohnt. Zwei Perspektiven auf denselben Betrieb – die eine erklärt ihn, die andere lebt ihn.
Dazwischen liegt das, wovon so ein Film lebt: Wege durchs Werk, Labor, ein Roboter in Bewegung, die Werkfeuerwehr im Einsatz, der Eignungstest auf dem Ergometer, Anlagen und Türme von außen, Drohnenbilder des Geländes. Solche Bilder entscheiden darüber, ob ein Arbeitgeber abstrakt bleibt oder ein Ort wird, den man sich vorstellen kann.
Was wir übernommen haben
Konzept, Schnitt und einen Teil der Visuals. Das Konzept ist dabei nicht vor dem Dreh entstanden, sondern danach, am Schnittplatz, aus dem, was tatsächlich im Kasten war. Das ist unser Normalfall: Wir drehen nicht, wir machen aus vorhandenem Material einen Film – und entscheiden dabei mit, welcher Film es wird.
Wo die Filme laufen
LinkedIn, Bildschirme in den Bürogebäuden, die Unternehmenswebsite und YouTube. Vier Kanäle, drei Längen, zwei Sprachen – und ein Drehtag, aus dem all das kommt.
Was sich daraus mitnehmen lässt
Mehrere Fassungen sind billiger als mehrere Drehs. Wer beim Dreh an die spätere Verwertung denkt, bekommt aus einem Tag drei Filme statt eines. Der Mehraufwand liegt im Schnitt, nicht in der Produktion – und der Schnitt ist der günstigere Teil.
Zwei Zielgruppen brauchen zwei Filme. Sobald in einem Projekt zwei Parteien mit verschiedenen Zielen sitzen, ist die Aufteilung fast immer die bessere Antwort als der Kompromiss. Sie kostet eine Schnittfassung mehr und rettet beide Botschaften.
Untertitel sind kein Nachgedanke. In Feeds laufen Videos ohne Ton, in Konzernen nicht nur auf Deutsch. Zwei Sprachfassungen kosten wenig, wenn sie von Anfang an eingeplant sind – und viel, wenn sie nachträglich in einen fertigen Film gebaut werden müssen.
Wie wir Recruiting- und Employer-Branding-Filme schneiden – vom Ausbildungsvideo bis zur Hochformatfassung für den Feed – steht auf unserer Seite Recruitingvideo schneiden lassen.
Häufige Fragen zum Fallbeispiel
Material vom Dreh, aber noch kein Film?
Zwei Sätze zu Material und Ziel genügen – wir antworten in der Regel am nächsten Werktag mit einem Festpreis. Kostenlos und unverbindlich.
Lieber telefonieren? 0 22 52 – 546 28 94